Wie bin ich, wenn ich meine Weiblichkeit voll entfalte?

Vielleicht liegt es an Beltane oder am Frühling allgemein, ich komme einfach nicht von dem Thema Weiblichkeit weg. Ich habe so viele tolle Themenwünsche für meinen Blog bekommen, doch das Thema Weiblichkeit ist gerade stärker. Vielleicht kann ich das ein oder andere Thema einweben, habe ich gedacht und schaue nochmal auf die Themenliste und da springt es mich an: Selbstwert! Ja, das passt.

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Die Stellung der Frau in den vergangenen Jahrhunderten

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Wenn Du dir anschaust, wie die Stellung der Frau in unserer Kultur in den vergangenen Jahrhunderten war, dann kannst Du Dir vielleicht vorstellen, was ich immer wieder in den weiblichen Ahnenlinien meiner Kundinnen und Kunden wahrnehme.

Ich mag dir zwei Extreme darstellen und ich überspitze das jetzt absichtlich, damit es deutlicher wird.

Die unterwürfige Frau. Sie hat keine eigene Meinung und erinnert sich nicht, jemals eine gehabt zu haben. Sie folgt ohne wenn und aber der Meinung ihres Mannes, ihres Vaters, ihres Chefs. Sie glaubt, alleine nicht klar zu kommen im Leben. Sie braucht Führung, Anweisung und sie glaubt, nur liebenswert zu sein, wenn sie ihre Aufgabe zu dienen übererfüllt, quasi in vorauseilendem Gehorsam. Sie opfert sich vollständig auf. Denkt immer zuerst an andere und nie an sich selbst. Ohne Mann ist sie nichts wert. Sie fühlt sich hilflos, dumm, ungeschickt, hässlich und bekommt das natürlich von außen entsprechend gespiegelt. Sie ist oft ein Opfer von psychischer und körperlicher Gewalt und redet sich das entweder schön oder denkt, es auch nicht besser verdient zu haben.

Die dominante Frau. Sie ist die Herrin im Haus. Auch wenn sie in einer Partnerschaft lebt, hält sie Männer grundsätzlich für den Feind. Darum ist es ihr wichtig, immer die Oberhand zu behalten. Sie manipuliert häufig auf der Emotionsebene, um nicht zu sagen, sie betreibt sehr erfolgreich emotionale Erpressung. Ihre eigenen Gefühle nimmt sie nicht mehr wahr und tut die Gefühle anderer als Gefühlsduselei und Schwäche ab. Ihr Credo: Wer in seinem Leben etwas erreichen will, kann sich Gefühle nicht erlauben. Etwas im Leben erreichen bedeutet für sie finanzieller Wohlstand, gesellschaftliches Ansehen und Macht. Der äußere Schein ist ihr unfassbar wichtig. Die meisten Menschen haben einfach Angst vor ihr. Sie glaubt, dass sie angegriffen, belogen und hintergangen wird, wenn sie einmal nicht aufpasst und ihre Deckung fallen lässt und natürlich wird auch ihr das von außen immer wieder gespiegelt.

Vielleicht geht es dir mit diesen beiden plakativen Frauenbildern genauso wie mir. Es fällt mir nämlich erschreckend leicht die Frauen aus den Generationen vor mir eher in die eine oder in die andere Schublade zu sortieren. Das verursacht gerade echt Übelkeit in mir. Was haben die beide, auf den ersten Blick so unterschiedliche Frauenbilder nämlich gemeinsam?

Sie fühlen sich nicht. Sie glauben, nicht gut genug zu sein, so wie sie sind. Sie handeln aus Angst. Sie verstecken sich hinter einer Rolle. Sie sind ständig im Kampf, um eine Daseinsberechtigung. Sie wissen nicht, wer sie selbst wirklich sind. Sie stehen dauerhaft unter Stress.

Die beiden Frauen-Typen haben nur andere Strategien damit umzugehen. Wenn unser menschliches Gehirn unter massivem Stress steht, dann gibt es nur zwei Handlungsalternativen. Flucht oder Kampf. Die unterwürfige Frau wählt Flucht und versucht nicht aufzufallen. Die dominante Frau wählt Kampf und versucht immer alles unter Kontrolle zu haben.

Bleiben wir noch einen kleinen Moment in dieser gruseligen Welt. Und ich schwöre, ich male euch dann auch wieder ein schönes Gedankenbild.

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Wo ist der Selbstwert dieser Frauen?

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Für mich sind die beiden Extreme, die ich hier beschrieben habe, auf einer Selbstwertskala von 0-10 beide mehr oder weniger bei Null angesiedelt. Das ist es auch, was mich daran so sehr gruselt. Denn ich durfte irgendwann erkennen, dass ich auch lange Zeit in meinem Leben irgendwie auf der Strecke zwischen unterwürfig und dominant gependelt bin, aber keinen Schritt weiter zu mir selbst kam.

Ich habe keine psychologische Ausbildung und letzten Endes ist es nur meine Sicht auf die Dinge, die ich hier beschreibe. Doch ich habe das Gefühl, dass es vielen Frauen so geht wie mir.

Meine Mutter gehört eher zu den dominanten Frauen und meine Oma, die auch bei uns im Haus lebte, habe ich eher als unterwürfig wahrgenommen. Das waren meine Rollenvorbilder. Mehr war da nicht. Beides gefiel mir nicht und so orientierte ich mich eher an den Männern und war fast nur mit Jungs befreundet.

Weiblich sein war mir ein Graus. Das wurde natürlich durch den Umgang mit den Jungs – die natürlich auch keine heilen, männlichen Vorbilder hatten – nicht besser. Ich prägte für mich in meiner Jugend einen Haufen gruseliger Glaubensätze über Frauen, Liebe, den weiblichen Körper und Sexualität.

Obwohl ich auf der Selbstwertskala inzwischen ganz gut vorangekommen bin, sind mir diese Glaubensätze erst jetzt bewusst geworden, und ich konnte sie auflösen. Aber ehrlich! Die waren ganz schön zum Kotzen und konnten – meiner Meinung nach – nur in einer Welt entstehen, die durch und durch frauenverachtend geprägt ist. Erschreckend, dass mir das so wenig bewusst war. Aber wie auch! Ich verachtete die Frauen (so wie ich sie erlebt habe) ja selbst. Krass, oder?

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Was kannst Du tun, um hinderliche Glaubenssätze aufzuspüren?

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Ich denke in unser aller Unterbewusstsein wabern noch solche Glaubenssätze herum, die unseren Selbstwert extrem beeinträchtigen. Daher will ich dir hier eine Methode zeigen, wie du diese Glaubenssätze aufspüren kannst.

Aber bitte, mach es nur, wenn du auch eine zuverlässige Methode kennst, um sie aufzulösen! Ich selbst habe ein ganzes Set an Möglichkeiten und feuere nicht selten mein ganzes Arsenal darauf ab. Manche Dinge lassen sich nur widerwillig auflösen und dann brauche auch ich Hilfe von außen. Also bitte, sorge für dich, wenn du da ran gehen willst.

  1. Beschreibe dein Ziel. Ja, auch wenn du gerade auf der Suche nach Glaubenssätzen bist, hast du ein Ziel. Nämlich das, wo dir die Glaubenssätze eventuell im Weg stehen. Bei mir kamen die gruseligen Glaubenssätze zu dem Ziel „Ich bin schlank, sportlich und sexy“ hoch. Mach es möglichst konkret. Welches Ziel möchtest Du erreichen?
  2. Wenn Du dein Ziel klar hast, dann nimm dir vier DIN A4 Blätter und schreibe überall dein Ziel oben drauf. Dann schreibst du auf jedes Blatt eine der folgenden Überschriften:
    1. Vorteile Ziel erreicht
    2. Nachteile Ziel erreicht
    3. Vorteile Ziel nicht erreicht
    4. Nachteile Ziel nicht erreicht
  3. Arbeite die Blätter in der hier angegebenen Reihenfolge durch. Schreibe immer alles auf, was dir in den Sinn kommt, ohne es zu irgendwie zu korrigieren und schreibe, bis das Blatt voll ist! Lass die Gefühle, die hochkommen einfach fließen.
  4. Geh in die Dankbarkeit, für alles was sich gezeigt hat. Ein paar Dinge lösen sich schon beim Bewusstwerden. Sei dankbar dafür, dass dich diese Sätze begleitet haben, denn sie waren dazu da, dich zu schützen und dir zu dienen. Bedanke dich und nimmt es erstmal an, bevor du dich der Auflösung zuwendest.
  5. Löse die Glaubenssätze mit deinen Methoden selbst oder mit Hilfe eines Coaches/Heilers/ Therapeuten. Übergib die Zettel am Ende an Muttererde, indem du sie begräbst.

Einige dieser Glaubenssätze sind wahrscheinlich nicht in deinem Leben entstanden, sondern sind aus deiner Ahnenlinie an dich vererbt worden. Über Generationen und Generationen.

Vielleicht fühlst du, welche es sind, weil sie aus deinen Erlebnissen in diesem Leben weniger Sinn ergeben oder weil sie vielleicht einfach zu heftig sind oder zu schmerzhaft. Manchmal verrät uns auch die Wortwahl, dass es alte Glaubenssätze sind. Worte, die nicht in deinem Sprachgebrauch vorkommen, vielleicht veraltet sind. Diese Glaubenssätze lassen sich dann häufig nur mit Hilfe deiner Ahnen auflösen. Wenn Du eine gute Verbindung zu deinen Ahnen hast, kannst du sie selbst um Hilfe bitten und die Energie zurückgeben. Andernfalls unterstütze ich dich gerne dabei.

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Wie willst du sein?

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Ein Trainer von mir sagte immer „Menschen verändern sich nur aus zwei Gründen: große Schmerzen oder große Ziele.“ Darum ist es mir unglaublich wichtig, dass wir uns immer wieder klar machen, was wir wollen.

Wenn die unterwürfige und die dominante Frau, so wie ich sie oben beschrieben habe, auf der Selbstwertskala ganz unten sind, also in Bezug auf die Veränderung den Schmerz darstellen, welches Frauenbild steht ihnen den gegenüber? Wie sind Frauen, die ihre Weiblichkeit leben, sich ihrer Selbst bewusst sind und sich selbst wertschätzen? Wie willst du sein?

An der Stelle haben wir in unserer Gesellschaft nach wie vor wenig Vorbilder, fürchte ich. Aber immerhin haben wir wieder welche! Du kannst dir dein Vorbild zusammen puzzeln. Es muss ja nicht das eine perfekte Vorbild geben. Finde Frauen, die du in einzelnen Lebensbereichen bewunderst. Frag dich, was du an ihr so bewunderst und sei dir bewusst, dass wir immer, wenn wir etwas an anderen bewundern, es auch in uns selbst vorhanden ist. Darum entsteht dort Resonanz.

Außer Vorbildern, gibt es auch andere Möglichkeiten, wie wir uns unser zukünftiges Sein kreieren können.

Du kannst alles was dir nicht gefällt ins Gegenteil kehren und positiv formulieren. Aus „Ich will mich nicht mit Periodenschmerzen für den Job zusammenreißen müssen und so tun als wäre nichts.“ Wird dann vielleicht „Ich arbeite im Einklang mit meinem persönlichen Zyklus und achte meine Bedürfnisse“. Formuliere die Sätze am besten in der Gegenwart und sei so konkret, dass du für jeden Satz ein klares Bild vor Augen hast, ja es sogar malen könntest.

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Unterstützung aus der Ahnenreihe

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Außerdem habe ich für mich noch einen anderen Weg gewählt. Ich bin in Verbindung mit meiner Lichtahnin gegangen. Wir haben ja nicht nur die Frauen in unserer Ahnenlinie, die in ihrer weiblichen Selbstbestimmung unterdrückt waren. Auch wenn wir dafür vielleicht weit zurück gehen müssen, gibt es dort auch die Ahnen, die ihre wahre Natur gelebt haben und ein erfülltes Leben gelebt haben. Vielleicht gibt es auch in der näheren Vergangenheit das ein oder andere „schwarze Schaf“, das bei näherem Betrachten gar nicht schwarz, sondern eher bunt und selbstbestimmt war. Ich nenne sie unsere Lichtahninnen und mit ihnen können wir uns direkt verbinden. Sie teilen ihre Weisheit und ihre Erfahrung mit uns und helfen uns dabei uns zu entfalten. Sie helfen uns auch ganz aktiv die Ahnenreihe zu heilen, wo Heilung notwendig ist.

Wenn ich mich in der Meditation mit meiner Lichtahnin treffe, so hilft sie mir, weibliche Attribute zu finden und zu nähren, die ich vergessen habe und sie so bisher noch nicht leben konnte. Sie hilft mir, einen anderen, nicht von unserer heutigen Kultur geprägten Blick auf diese Attribute zu werfen und vielleicht die ein oder andere Bewertung rauszunehmen. Sie ist eine meiner Lehrerinnen und eine meiner wichtigsten Ressourcen auf meinem Weg. Ein Vorbild für meine Zukunft aus meiner Vergangenheit. So wie früher eben die Weisheit über unsere Natur in der Familie von Frau zu Frau weitergegeben wurde. Dazu habe ich auch eine wundervolle Trance aufgenommen, die dir hilft, den Kontakt zu ihr herzustellen.

Außerdem ist, wie ich schon in den vorangegangenen Artikel geschrieben habe, endlich die Göttin wieder erwacht und stärkt uns in unserer göttlichen Weiblichkeit, sodass wir rauskommen aus der Angst und uns der ganz der bedingungslosen Liebe hingeben können, die unsere Natur ist. Sie sorgt dafür, dass die Weiblichkeit wieder ihren Platz in unserer Gesellschaft bekommt und wir dürfen ihn dann auch einnehmen.

Und so glaube ich, dass wir alle wieder zum Vorbild für die natürliche, liebevolle, freie und wilde Weiblichkeit werden. Für unsere Töchter und alle, die danach kommen.

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