Die Göttin und die Ahnen

Jetzt habe ich zwei Beiträge geschrieben über das Erwachen der Göttin und vielleicht hast du dich gefragt, warum ich als Ahnenhexe da so nah dran bin.

Das liegt an einer der Hauptaufgaben der Göttin. Ihre Aufgabe ist es, als Herrscherin der Unterwelt, die Seelen durch einen Reinigungsprozess zu geleiten, bevor sie wiedergeboren werden. Sie ist die quasi die Hüterin des Lebenszyklus.

Ich beschreibe dir diesen Zyklus und die Göttin hier, gemäß unserer mitteleuropäischen/deutschen Kultur. Ich bediene mich unseres alten, vorchristlichen  Glaubensystems und beziehe mich auf meine Wahrnehmung und mein kulturelles Erleben hier in Deutschland.

Hier bei uns ist dieser Lebenszyklus mehrfach gestört.

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Störung des Lebenszyklus am Ende des Lebens

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Es gibt zu viele Seelen, die durch schwere Traumata nicht auf die andere Seite gelangt sind. Ihr Körper stirbt und ihre Seelen bleiben hier, werden "Geister". Viele hellsichtige und feinfühlige Menschen begegnen ihnen und helfen ihnen beim Übertritt. Gleichzeitig gab es hier sehr lange viel zu wenige Menschen, deren Wahrnehmung und Fähigkeiten zu dieser Arbeit in der Lage waren. Es gibt also viele verirrte oder erdgebundene Seelen, die ihren Reinigungsprozess noch nicht antreten konnten und damit auch nicht wiedergeboren werden können. Sie sitzen körperlos und damit auch eingeschränkt in ihrer Wahrnehmung und Kommunikationsfähigkeit zwischen den Welten fest. Ihre Energie für diese Existenz beziehen sie von Menschen und Orten, an denen sie sich angedockt haben. Einige sind sich ihres Zustands nicht mal bewusst. Hier ist ein Punkt an dem der Lebenszyklus sich nicht weiterdreht.

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Störung des Lebenszyklus in der Anderswelt

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Die Göttin war lange Zeit abwesend. Wie lange kann ich nicht sagen. Statt dem Glauben an die Wiedergeburt etablierte die Kirche den Glauben an Hölle und Fegefeuer. Übrigens auch ein Grund, warum manche Seele nicht gehen will, schlicht aus Angst, was auf der anderen Seite auf sie wartet.

Für die Hinterbliebenen wurde statt dem Glauben, dass unsere Ahnen uns in unserem Leben liebevoll unterstützen und auch weiterhin für uns da sind, eine neue Geschichte erzählt. Verstorbene warten auf das jüngste Gericht und wir sehen sie vielleicht im Himmel wieder. Bis dahin existiert keine Verbindung. Wir könnten nur Gott um Gnade für ihre Seele bitten.

Was die Menschen vorher glaubten, war ein Lebenszyklus, wie er in allen alten Kulturen existiert. Je nach Kultur wird er etwas anders dargestellt, aber die Grundzüge sind die gleichen. Mit dem Christentum gab es nur noch eine Einbahnstraße und die endete im Ungewissen. Mit einer Abrechnung seitens einer höheren Stelle. Ich persönlich finde es immer wieder furchtbar, wie die Kirche mit Angst manipuliert.

Mit gefällt der heidnische Glauben an den Lebenszyklus viel besser.

Wenn der Lebenszyklus funktioniert, dann kommt die Seele in der Anderswelt an, erkennt spätestens jetzt die Lektion aus ihrem Leben, heilt dadurch ein Stückchen und darf dann als Ahne für die Nachfahren da sein. Außerdem unterstützen die Ahnen der Göttin, bei der Arbeit am Lebens- und Jahreszyklus. Man sagte auch, dass die verstorbenen Seelen für das Wetter, also die Jahreszeiten, verantwortlich sind.

Sie tragen also Verantwortung auf der anderen Seite und sind weiterhin Teil des Lebens. Irgendwann ist es dann Zeit, dass sie wiedergeboren werden sollen oder wollen. Dann wählen die Seelen neue Lektionen und die Erinnerung werden beim Wiedereintritt gelöscht. Wäre ja sonst zu einfach. ;)

Wenn du dich jetzt sehr an das Märchen von Frau Holle erinnert fühlst, dann bist du genau auf dem richtigen Weg. Bei uns wurden, wie auch bei den Indianern, das kulturelle Wissen in Geschichten weitergegeben. Frau Holle ist also keine simple Gute-Nacht-Geschichte, das Märchen beschreibt den für uns unsichtbaren Teil des Lebenszyklus.

Wenn die Seelen nun in der Anderswelt weder durch die Göttin in ihrem Prozess geleitet werden, noch durch den Kontakt zu ihren Nachfahren eine sinnvolle Aufgabe haben, nun, dann stranden sie quasi in der Anderswelt. Einigen erfahrenen Seelen gelang es mit Sicherheit den Weg allein zu gehen. Andere verlaufen sich oder bewegen sich gar nicht groß weiter.

Kennst du den Film „Coco – Lebendiger als das Leben“? Darin wird der mexikanische Totenkult kindgerecht dargestellt. Ein zauberhafter Film. Interessant an dieser Stelle ist, dass die Toten auch in der Anderswelt „sterben“, wenn keiner mehr an sie denkt. Da bin ich wieder beim Thema ‚Energie folgt der Aufmerksamkeit‘. Wenn niemand an die Toten denkt, bekommen sie keine Energie mehr und hören auf, in dieser Welt zu existieren.

Ich glaube, dieser Prozess, dass die Menschen nicht mehr an ihre Ahnen und ihre Götter dachten, setzte schon ein, bevor die Göttin sich in ihren dornröschenartigen Schlaf zurückzog.

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Störung des Lebenszyklus bei der Wiedergeburt

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Die Theorie zur Wiedergeburt habe ich von Wolff Dieter Storl gehört und fand sie erschreckend passend. Was passiert nämlich zwangsweise, wenn zu wenige Seelen zur Wiedergeburt bereitstehen? Es werden weniger Kinder geboren. Ich kenne unfassbar viele Paare, die eigentlich beide gesund sind, aber keine Kinder bekommen können. Ja, klar, da gibt einen Haufen Umwelteinflüsse, die die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Und was wäre, wenn die Kausalität weiter vorne beginnt? Nämlich an der Stelle, wo nicht genug Seelen zur Verfügung stehen? Spannender Gedanke.

Außerdem haben auch die ungeheilten Traumata der Ahnen durchaus Auswirkungen auf den Wunsch Kinder zu haben. Ich kenne nämlich auch sehr viele Frauen und Männer, die gar keine Kinder haben möchten. Was eigentlich, wenn man mal davon ausgeht, dass es das Grundbedürfnis bzw. der Zweck von Lebewesen ist, sich zu reproduzieren und die Art zu erhalten, ein merkwürdiges Phänomen ist.

Eine Kundin erzählte mir, dass sie vor vielen Jahren schon eine Ahnenheilung hatte, bei der es um ihren unerfüllten Kinderwunsch ging. Als das dazugehörige Trauma geheilt war, bekam sie endlich ihr langsersehntes Kind. Eine andere Kundin wusste von einem schweren Kriegstrauma ihres Vaters, das wir lösen wollten. Es stellte sich als sehr altes Trauma heraus, in dem immer wieder Mütter auf furchtbare Weise ihre Kinder verlieren und sich selbst dafür die Schuld gaben. Erst als ich ihr das erzählte, sagte sie mir, dass sie Kinder liebte, aber nie eigene haben wollte. Sie hätte sich immer für nicht in der Lage gehalten, für ein Kind zu sorgen.

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Zurück also zur Ausgangsfrage: Was verbindet mich als Ahnenhexe so stark mit der Göttin, mit Frau Holle?

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Schon in vielen alten Märchen über Frau Holle (es gab nicht nur das eine), hatte Frau Holle eine Gruppe von Frauen um sich, die sie unterstützten. Man nannte sie auch „die Holden“. Sie waren weise Frauen, die von Frau Holle unterrichtet wurden, über die Zyklen des Lebens, des Jahres, des Monats, der Frau. Sie kannten die Gesetze des Lebens, die Magie der Pflanzen, konnten Hellsehen und Heilen und in die Anderswelt reisen. Klingt für mich nach Hexen und Schamanen, oder?

So sehe ich meine Verbindung zu Frau Holle. Ich bin ihre Schülerin und ihre Dienerin. Gleichzeitig ist sie ein Teil von mir und von dir und von allem.

Und auch wenn ich hier gerade über die hexischen Aspekte schreibe und von dem Thema des weiblichen Erwachens ganz fasziniert bin, so bin ich doch hauptsächlich zu der Aufgabe berufen, eine Ahnenhexe im Dienste von Frau Holle zu sein.

Und an dieser Stelle gibt es noch lange für mich zu tun.

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Möchtest Du auch mehr Kontakt zu Frau Holle?

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Es gibt einen sehr schönen Weg, mit ihr in Kontakt zu kommen. Nämlich über die ihr geweihten Pflanzen, den Hollunder und den Wacholder. Ich liebe ja besonders den Hollunder, weil er auch das Tor zur Anderswelt bewacht. Hier bei uns in der gegend gibt es im Wald unzählige Hollunderbäume.

Tatsächlich sind sie von ihrer Energie her nicht, wie Türwächter, sondern sehr gesellige Wesen, die gerne ins Gespräch kommen und sich über Beachtung enorm freuen. Also beginne einfach damit die Hollunder, die deinen Weg säumen, zu grüßen.

Und vielleicht gibt es einen besonderen, vielleicht hast Du auch einen in deinem Garten? Dann bau zu ihm eine innigere Beziehung auf. Der Hollunder ist auch ein wundervoller Kontaktpunkt für deinen Ahnen. Hier kannst Du also für die Göttin und für deine Ahnen räuchern, kleine Gaben abstellen und immer wieder meditieren.

Ich bin sicher du erhältst Antwort. So habe ich auch begonnen.

Let the magic happen

Ilka Sventja

 

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