Ahnenbotschaft: Bewahre dir deine Freiheit im Herzen!

Ich habe diese Ahnenbotschaft für den Julmond-Zyklus vom 04.12.2021-01.01.2022 empfangen, aber natürlich hat sich nicht nur für diesen Zeitraum eine tiefe Bedeutung für unser Leben.

Wenn Du sie jetzt und hier erst entdeckst, dann ist die Botschaft vielleicht genau jetzt das was du brauchst.


Welcher Ahne oder welche Ahnin mag sich zeigen und uns eine Botschaft für den Julmond überbringen?

Es zeigte sich mir eine Dame in einem warmen, grünen Umhang aus Samt mit einer großen Kapuze. Der Umhang war wunderschön bestickt und sie hatte ihre Hände in einem Muff aus Fell. Darunter vermute ich ein Kleid mit Reifrock und Korsage. Auf dem Kopf trug sie vermutlich eine rotbraune Perücke mit einer kunstvollen Hochsteckfrisur. Ich schätze, sie lebte im 16. Oder 17. Jahrhundert.

„Welche Botschaft hast du für uns Menschen für den Julmond?“ frage ich sie.

Viele Menschen denken, wenn man in eine wohlhabende Familie mit Einfluss geboren wird, hat man ein leichtes Leben. Das stimmt nur zum Teil. Sicher ist Geld nicht das Problem, auch nicht Hunger, ja selbst Krankheit wiegt manches mal weniger schwer.

In meiner Zeit war es mir als Frau allerdings nicht gestattet irgendetwas alleine zu tun oder zu entscheiden. Meine Eltern entschieden wen ich traf, wohin ich ging, was sich für mich schickte und was nicht. Sie entschieden, was ich trug, was ich lernte, wie ich mich zu verhalten hatte, wen ich heiratete. Danach übernahm mein Gemahl diese Entscheidungen für mich.

Ich weiß, ihr lebt gerade in einer Zeit, in der viele von euch das Gefühl haben, ihre Freiheit einzubüßen. Und was habt ihr ein freies Leben genossen bisher, nicht wahr? Wie viele Möglichkeiten ihr habt, euer Leben zu gestalten, ist aus meiner Perspektive das reinste Märchenland. Freie Partnerwahl aus Liebe, Frauen dürfen studieren und einen Beruf ausüben, jeder wählt den Beruf, der ihm zusagt, ihr könnt unglaublich weite Reisen in kurzer Zeit machen, ihr wählt eure Freunde frei aus und der Stand ist nicht von Bedeutung. Was ein Leben! Entschuldigt, dass ich das so sage! Es wäre zu meinen Lebzeiten undenkbar gewesen.

Und dennoch gibt es etwas, das ich euch für diese Zeit, in der ihr weniger Freiheiten im Außen habt, mitgeben kann. Wer im Außen nicht frei ist, muss lernen in seinem Inneren frei zu sein. Ja, ich sage „muss“, weil Freiheit etwas ist, das wir zum Überleben brauchen. Wenn meine Freiheit im Innen stirbt, sterbe ich auch. Dessen wurde ich mir schmerzlich bewusst. Zum Glück kann mir niemand meine Freiheit im Innen nehmen. Niemand außer ich selbst. Für eine Weile ist es mir passiert, dass ich mir selbst die Freiheit genommen habe, weil ich dachte, es ist zu schmerzhaft, innen frei zu sein und außen nicht. Ich dachte „Was habe ich davon von einem Leben zu träumen, das ich nicht führen kann, außer Schmerz?“

Doch in dieser Zeit erkannte ich, dass es dieser Schmerz war, der mich trotz aller Einschränkungen im Außen dort auch das Glück finden ließ. Als ich aufhörte zu Träumen, fühlte ich nichts mehr und ich wurde wirklich krank. Damals war ich 11 oder 12 Jahre alt. Erst im Geiste und dann auch im Körper. Ich war zu schwach morgens aufzustehen, zu müde zum Essen, zu lethargisch zum Sprechen. Schwindsucht sagte der Doktor. Und so habe ich mich gefühlt. Ich sehnte mich danach zu verschwinden aus dieser Welt. Da besuchte mich nachts ein Engel und half mir zu erkennen, dass ich eigentlich schon fast tot bin und bald auch sein würde, wenn ich mir nicht meine Freiheit zurückhole. Meine Freiheit zu denken und zu träumen, was mir beliebt, egal ob es schmerzt.

Der Engel half mir zu erkennen, dass der Schmerz mein Feuer entfacht, das schon fast erloschen war. Er zeigte mir, dass ich dank meiner unbändigen Tagträume und Fantasien, meinen Lebenswillen aufrechterhalten kann. Und mehr noch. In meinen Träumen lebte ich alles, was ich liebte und so begann ich kleine Elemente davon in meinem Alltag zu finden. Wenn ich träumte, ich würde reiten wie der Wind, was sich für eine Dame absolut nicht schickte, dann war da ein Antrieb in mir, der mich wachsam machte und auf eine Gelegenheit warten ließ, in der ich einmal kurz ausbrechen konnte. Ob du es glaubst oder nicht, die Gelegenheit kam immer. Ich wurde eine wahre Meisterin darin.

So wurde ein Spiel aus meinem Schmerz: Mal schauen, wo ich in meinem Leben ein kleines Stückchen Traum heimlich und unbemerkt hineinschmuggeln kann.

Auch wenn es nicht viel war, es schenkte mir Hoffnung. Es gab mir den Mut zu leben. Es gab mir den Willen, meinen Kindern diese kleinen Freiräume zu schenken und sie zu lehren, dass Freiheit im Herzen den Unterschied macht, ob du glücklich bist oder nicht. Denn aufgrund unseres Standes, würden sie nicht viel mehr Freiheit im Außen haben wie ich.

Vielleicht darf ich in der heutigen Zeit, als Ahnin für euch dieser Engel sein, der mich als Kind besuchte. Bewahre dir deine Freiheit im Herzen und finde mit ihrer Hilfe, die Freiräume im Außen. Langweile dich nicht, während du darauf hoffst, dass die jemand die äußeren Umstände schafft, in denen du glücklich sein kannst, sondern schaffe dir die Umstände im Innen selbst.


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